Merkmale der Linde

Winter- und Sommerlinden – Allgemeines zum Laubbaum

Die Linde war 1991 der Baum des Jahres. Es gibt die Sommerlinde (lat Tilia grandifolia) und die Winterlinde (lat. Tilia cordata) (Volksname Linde / Stein-Linde / Winterlinde), ebenso die kleinblättrige Linde. Sie gehört zu der Familie der Lindengewächse – lat. Tiliaceae.

Den Germanen war die Linde der Liebesgöttin Frigga oder Freya heilig. Diese Gottheit war Sinnbild der Fruchtbarkeit, Güte, Mütterlichkeit, Herzlichkeit und des immerwährenden Lebens. Unter Linden fand bei den Germanen das „Thing“ statt. Die auf Hügeln angepflanzten und daher weit sichtbaren Bäume galten als Freiheitsbäume. Wer ihr schützendes Dach erreichte, durfte nicht mehr ergriffen und gerichtet werden. Sehr oft wurde die Linde in der Mitte des Dorfes als Baum der Rast und der Besinnung gepflanzt.

Verbreitung der Linde – Eigenschaften und Merkmale des Baumes

Verbreitung
Die Sommerlinde ist eine wärmeliebende Baumart. Sie ist über West-, Mittel-, Süd- und Südosteuropa bis in die Ukraine, zum Kaukasus und nach Kleinasien verbreitet. Sie fehlt in Skandinavien, im westlichen und südlichen Teil der Iberischen Halbinsel, auf Sizilien und Sardinien. Auf den Britischen Inseln, in Belgien und den Niederlanden wurde sie eingebürgert.

Merkmale des Baumes
Der mittelgroße bis große Laubbaum, auch bekannt als kleinblättrige, Stein- Schwer-, Brand- und Berglinde, erreicht eine Stammstärke von ca. 2m und ein Alter von über 1000 Jahren. Die Winterlinde hat im Bestandsschluss einen schlanken, langen, walzigen, astfreien Stamm mit hoch angesetzter schlanker Krone. Im Freistand ist der Stamm deutlich kürzer und dicker mit tief angesetzter, dichter, umfangreicher, etwas unregelmäßiger Krone. Sie wird insgesamt nicht so stattlich wie die Sommerlinde. Die Winterlinde hat kräftige, tief- und flachstreichende Seitenwurzeln. Die Rinde wird im Alter zu einer braunen- bis schwarzgrauen, von flachen Längsfurchen und breiten Rissen durchzogenen, eichenähnlichen Borke. Die wechselständigen, zweizeilig gestellten Laubblätter sind relativ derb und breit herzförmig. Die Winterlinde blüht im Juni/Juli etwa 2 Wochen nach der Sommerlinde gelblich grün.

Bedeutung vom Lindenbaum – Heilpflanze und Tee

Bedeutung als Heilpflanze
Lindenholzkohle ist eine gute Zeichenkohle und hat zudem eine große Heilkraft bei Erkrankungen des Magen-Darmtraktes. Äußerlich angewandt wirkt sie wundreinigend und fördert die Abheilung. Der Lindenblütentee ist seit Menschengedenken ein beliebtes Hausmittel. Er wirkt krämpfelösend, fiebersenkend und schlaffördernd. Lindenblütentee enthält ätherische Öle und Flavonoide und gilt als schweißtreibend. Wertvoll ist auch der Lindenblütenhonig

Nutzung und Wissenswertes
Holz weiß, beliebtes Schnitz- und Bildhauerholz. Lindenbast benutzte man früher zum Flechten von Matten, Schuhen usw. Heute wird Gärtnerbast daraus hergestellt.

Sieh, das Lindenblatt,du wirst es wie ein Herz gestaltet finden,
darum sitzen die Verliebten auch am liebsten unter Linden.
Heinrich Heine

Bilder der Linde – Fotos von Baum, Blätter, Blüten und Frucht

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